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Pressemitteilungen

Jahres-Pressekonferenz: Wertpapiersparen immer beliebter

Neues Angebot S-Neo kommt im April / Verband fordert Unterstützungsprogramme für Wohnungsbau / Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück

Das Sparen in Wertpapieren erfreut sich bei den Privatkunden der Sparkassen in Westfalen-Lippe immer größerer Beliebtheit. Der Wertpapierumsatz stieg hier im Jahr 2025 im Jahresvergleich um 16 % auf 20,2 Mrd. € an. Aufgrund der besseren Risikostreuung im Vergleich zu Einzelwerten waren vor allem Investmentfonds gefragt, bei denen sich der Nettoabsatz gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelte. 

Für diese Steigerung ist in erster Linie die Entwicklung bei Wertpapier-Sparverträgen verantwortlich. Die Kundinnen und Kunden investieren hier mit regelmäßigen Sparbeiträgen in Fonds mit Aktien, festverzinslichen Wertpapieren oder Immobilien. 81.000 zusätzliche Sparverträge dieser Art haben die Sparkassen in Westfalen-Lippe im Jahr 2025 eröffnet – eine Steigerung um 10 % im Vergleich zum Vorjahr. 

„Wertpapiersparverträge sind ein erstklassiges Vehikel, um langfristig Kapital aufzubauen – auch für die Altersvorsorge“, betonte Professorin Liane Buchholz, die Präsidentin des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe, im Rahmen der Jahrespressekonferenz des Sparkassenverbands am Dienstag in Münster. „Wir freuen uns, dass diese Botschaft bei immer mehr Menschen ankommt.“

Neues Wertpapier-Angebot „S-Neo“ ab April 2026

Für Kundinnen und Kunden, die digital, schnell und unkompliziert mit Wertpapieren handeln möchten, halten die Sparkassen ab April 2026 ein neues Angebot bereit: 
Mit S-Neo können digitale Selbstentscheider dann in der App Sparkasse unkompliziert und kostengünstig Aktien und ETFs kaufen. 

Mit wenigen Klicks können sie direkt in der App ein Depot eröffnen und sofort loslegen. „Wir bieten nicht nur ein digitales, modernes und preisgünstiges Wertpapier-Depot – wir bieten auch weiterhin Ansprechpartner und Beratung für alle Finanzfragen“, so Jürgen Wannhoff, Vizepräsident des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe. „Das ist genau das, was die Menschen erwarten: Ein modernes Angebot plus Beraterinnen und Berater in den Filialen.“

Leichter Anstieg bei den Kundeneinlagen

Die gesamten Kundeneinlagen der westfälisch-lippischen Sparkassen (Unternehmens- und Privatkunden) legten im Jahr 2025 von 125,2 Mrd. € auf 127,2 Mrd. zu – davon entfielen 95 Mrd. € auf die Privatkunden. 

Das Einlagenwachstum in dieser Zielgruppe ist im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgegangen. Nach einem Anstieg von 2,6 % im Jahr 2024 konnten die Privatkunden im Jahr 2025 nur noch ein Wachstum von 1,6 % erreichen. Die Privathaushalte spüren die gestiegenen Lebenshaltungskosten deutlich. Dementsprechend ging die Sparquote von 11,2 % im Jahr 2024 auf 10,5 % zurück.

Wohnungsbau kommt nicht in Schwung

Während das Wertpapiergeschäft boomt, kommt der private Wohnungsbau nicht so recht in Schwung. Zwar lagen die Darlehenszusagen mit 6,7 Mrd. € mehr als 20 % über dem Vorjahreswert – das Neugeschäft liegt allerdings immer noch deutlich unter dem Niveau des Jahres 2022 (damals 7,5 Mrd. € neue Kredite). 

Der Sparkassenverband sieht den Hauptgrund für diese Zurückhaltung beim privaten Wohnungsbau in den gestiegenen Baukosten und fordert Unterstützungsprogramme für die Menschen, um eine echte Trendwende herbeizuführen. „Die Baukosten sind in den letzten vier Jahren um mehr als 40 % gestiegen“, erklärt Vizepräsident Jürgen Wannhoff. „Wenn wir hinzurechnen, dass die Lebensmittelpreise seit 2020 ebenfalls um fast 40 % gestiegen sind, wundert es nicht, dass Familien sich den Traum von der eigenen Immobilie aktuell nicht leisten können oder noch nicht leisten wollen“. 

Der Sparkassenverband appelliert daher, Förderprogramme beim Eigenkapitalaufbau einzuführen und schlägt darüber hinaus vor, auf die Grunderwerbsteuer beim Ersterwerb zu verzichten. „Bei einem 500.000 € Objekt macht sie in NRW allein 32.500 € aus – der Verzicht darauf wäre eine schnelle Soforthilfe“, so Wannhoff.

Leichte Erholung im Kreditgeschäft mit Firmenkunden

Die mittelständischen Unternehmen in Westfalen-Lippe haben im Jahr 2025 mehr Kredite nachgefragt als im Vorjahr: Der Kreditbestand für Unternehmen und Selbständige nahm um 2,2 % auf 65,6 Mrd. € zu, die Darlehenszusagen – also das Neugeschäft mit Firmenkunden – erhöhten sich auf 11,7 Mrd. € (+19,2 %). 

Im Jahr 2022 lag das Neugeschäft mit 14 Mrd. € allerdings auf einem deutlich höheren Niveau – die Mittelständler halten sich mit Investitionen noch zurück. „Die Unternehmen setzen die Kredite vor allem für Ersatzinvestitionen und nicht für Innovationen ein“, so Sparkassenpräsidentin Liane Buchholz. „Es mangelt nicht an Ideen, aber die Planbarkeit fehlt! Bürokratie, Energiekosten und unklare Rahmenbedingungen bremsen. Es braucht Rückenwind für diejenigen, die sich mit Wertschöpfung und Beschäftigung befassen“ fordert Buchholz.

Sparkassen werden als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen

Die 43 Sparkassen in Westfalen-Lippe beschäftigen im Jahr 2025 21.889 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Institute 7 % mehr junge Menschen eingestellt, die den Beruf der Bankkauffrau bzw. des Bankkaufmannes erlernen möchten. In Zahlen sind das 624 neue Auszubildende. Die Ausbildungsplätze waren sehr begehrt: Auf jeden Ausbildungsplatz entfielen vierzehn Bewerbungen (insgesamt 8.494 Bewerbungen, 20 % mehr als im Vorjahr).

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Andreas Löbbe

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