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Prof. Buchholz kritisiert die Vorschläge zur finalen Umsetzung von Basel III

Sparkassenpräsidentin vermisst Proportionalität in der Bankenregulierung / Erschwerte Bedingungen bei der Kreditvergabe könnten notwendigen Transformationsprozess hemmen

Münster (28. Oktober 2021). Mehr Schatten als Licht sieht die Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Professorin Liane Buchholz, in den am Mittwoch veröffentlichten Vorschlägen der EU-Kommission zur finalen Umsetzung der Basel III-Vorgaben.

„Die Proportionalität in der Bankenregulierung kommt in den Vorschlägen der EU-Kommission viel zu kurz. Eine spürbare Entlastung für die Institute, die gerade in Krisenzeiten dafür gesorgt haben, dass eine wirtschaftliche Schockstarre vermieden werden konnte, findet praktisch nicht statt“, so Buchholz.  

Zwar gingen die Ideen für administrative Entlastungen im Rahmen der neuen Offenlegungsvorschläge in die richtige Richtung – das alleine genüge aber nicht, um die Strukturen regional tätiger Institute ausreichend zu berücksichtigen.

Auch die vorgeschlagene Regelung, dass sich mittelständische Unternehmen künftig einem externen Rating unterziehen müssen, sieht Buchholz kritisch. Viele Mittelständler scheuten die hohen Kosten eines solches Ratings. Bei fehlendem Rating müssten die Kreditinstitute Finanzierungen dann künftig als riskanter einstufen und mit mehr Eigenkapital unterlegen – was schließlich zu einer Verteuerung von Krediten führen würde.

„Das ist ein völlig falsches Signal. Die Unternehmen stehen vor einem gewaltigen Transformationsprozess, der hohe Investitionen für mehr Nachhaltigkeit und Digitalisierung notwendig macht. Die Spielräume für Kreditvergaben dürfen nicht eingeengt werden“, erklärte Buchholz.

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