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Ungebremste Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten

Neugeschäft legt um 18 % zu / Sparkassen sagen 4,1 Mrd. Euro zu / Liquiditätskredite für Unternehmen weiter auf hohem Niveau

Sparkassenkundinnen und -kunden in Westfalen-Lippe bleiben dabei: Kauf, Bau und Sanierung von Wohnraum behalten höchste Priorität, wenn es um Geldanlage bzw. Investitionen geht.  Insgesamt 4,1 Mrd. Euro an neuen Wohnungsbaukrediten fragten private Haushalte bei den westfälisch-lippischen Sparkassen im ersten Halbjahr 2021 nach. Das übertraf den bereits hohen Vorjahreswert um mehr als 18 %. In den beiden Vorjahren hatten die Wachstumsraten bei rund 17 % (2020) und 13 % (2019) gelegen.

„Für die ungebremst große Nachfrage gibt es gute Gründe“, so die Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Prof. Dr. Liane Buchholz, „die Finanzierungskonditionen sind günstig, der Bedarf an Wohnraum bleibt hoch und nach wie vor besteht, abhängig von der Region, Aussicht auf weiter steigende Immobilienpreise.“ Angesichts der andauernden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) seien die Menschen auf der Suche nach alternativen Anlagemöglichkeiten. „Der seit Jahren andauernde Investitionsschub in Wohnraum ist die direkte Folge dieser Geldpolitik“, so Buchholz.

Lockdown bremst Nachfrage nach Konsumentenkrediten
Die Sparkassen in Westfalen-Lippe haben ihr Kreditneugeschäft für Privatkunden im ersten Halbjahr insgesamt auf 4,8 Mrd. Euro ausgebaut. Allerdings waren Konsumentenkredite mit 660 Mio. Euro (-4,1 %) vergleichsweise wenig gefragt. Hier machte sich der lang andauernde Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie bemerkbar, der die Konsummöglichkeiten stark einschränkte.

Firmenkunden benötigen weiterhin Liquiditätshilfen
Das Kreditgeschäft mit Firmenkunden blieb bei den Sparkassen ebenfalls lebhaft. Die Darlehenszusagen an Unternehmen und Selbständige summierten sich seit Beginn dieses Jahres auf 6,5 Mrd. Euro. Das waren etwa 1 % mehr als im volumenstarken Vorjahreszeitraum (6,4 Mrd. Euro). Zugleich lag das aktuelle Neugeschäftsvolumen um 20 % über dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. „Die Pandemie hat die Betriebe auch 2021 stark gefordert. Viele brauchten weiterhin Liquidität, weil Umsätze wegbrachen“, so Sparkassenpräsidentin Liane Buchholz. Die Sparkassen haben hier mit Krediten schnell helfen können. Weniger betroffene Unternehmen, darunter die Baubranche und exportorientierte Industriebetriebe, riefen zudem bereits wieder Investitionskredite ab, was die Kreditnachfrage zusätzlich befeuerte.

8.000 Förderdarlehen seit Pandemiebeginn
Die Sparkassen in Westfalen-Lippe haben zur Unterstützung ihrer Firmenkunden in der Corona-Krise in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 2.300 KfW-Förderdarlehen mit einem Volumen von 280 Mio. Euro zugesagt (in den genannten Darlehenszusagen enthalten). Damit summieren sich die von ihnen vermittelten staatlichen Hilfen seit Beginn der Pandemie auf 8.000 KfW-Förderdarlehen mit einem Volumen von mehr als 2,0 Mrd. Euro.

Kreditbestand wächst um 5,4 Prozent
Die Sparkassen in Westfalen-Lippe haben im ersten Halbjahr 2021 über alle Kundengruppen neue Darlehen über 11,5 Mrd. Euro zugesagt (+5,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum). Der Bestand an Krediten stieg auf 105 Mrd. Euro (+2,8 %).

Kunden parken zusätzliche 2,7 Mrd. Euro in Einlagen
Angesichts der im Lockdown eingeschränkten Konsummöglichkeiten, aber auch aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Perspektive legten die Privathaushalte wie schon im Vorjahr viel Geld zurück. Unternehmen hingegen nutzten ihre Rücklagen verstärkt zur Finanzierung des laufenden Betriebs. Der Einlagenbestand bei den westfälisch-lippischen Sparkassen stieg über sämtliche Kundengruppen um 2,7 Mrd. Euro auf 115,7 Mrd. Euro (+2,4 %) und damit etwas moderater als im Vorjahreszeitraum (+4,1 %).

Als „erfreulich und vernünftig“ wertete Sparkassenpräsidentin Liane Buchholz den anhaltenden Aufwärtstrend im Wertpapiergeschäft der privaten Haushalte: Die Umsätze mit Wertpapieren stiegen gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 um 9,8 % auf 7,2 Mrd. Euro. Der Nettoabsatz (Differenz zwischen Käufen und Verkäufen) legte um 26,4 % auf 1,1 Mrd. Euro zu. Der Großteil davon entfiel auf Investmentfonds (+75,8 %, 2021: 1,0 Mrd. Euro, 2020: 600 Mio. Euro).

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