25.04.2018

Mehr inklusive Arbeitsplätze durch neue MDS-Spülküche

Seit Oktober 2017 betreibt der Münsteraner Dienstleistungs-Service (MDS) die Spülküche des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe im Norden Münsters. Drei neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung konnte die Westfalenfleiß-Tochter so schaffen.

Klassische Win-Win-Situation: Sandra Harder vom Sparkassenverband sowie Heike Hollas und Christoph Rietmann vom MDS.

Hat in der neuen MDS-Spülküche einen Job gefunden: Lars Holberndt (Fotos: Reiner Kruse)

Tablett um Tablett mit benutztem Geschirr transportiert das Fließband um 12:30 Uhr vom Bistro des Sparkassenverbandes durch die Luke in die danebenliegende Spülküche. Auf der anderen Seite steht Lars Holberndt und räumt zunächst die Gläser und das Besteck in die dafür vorgesehenen Behälter. "Das ist manchmal ganz schön stressig, aber ich schaffe das gut", sagt er. Schließlich ist der 20-Jährige mit eingeschränktem Hörvermögen schon seit 8:30 Uhr im Dienst. Genau wie seine beiden Kollegen arbeitet er erst seit Oktober in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bei der MDS GmbH. Der Münster-Hiltruper absolvierte im Sommer zunächst ein Praktikum in der MDS-Hauptküche. Am Hörgeschädigtenzentrum Essen waren für ihn zuvor die Weichen zwischen Werkstatt und erstem Arbeitsmarkt gestellt worden.

"Eine große Anzahl der Förderschulabgänger wechselt nach der Schule in eine Werkstatt für behinderte Menschen", weiß Christoph Rietmann, Fachbereichsleiter Catering und Events bei der MDS GmbH. Auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzukommen sei für die Betroffenen meist der steinigere Weg – ein Weg aber auch, der mehr Selbstständigkeit und Teilhabe ermöglicht und den Lars Holberndt unbedingt gehen wollte: "Da kam das Arbeitsverhältnis bei dem Inklusionsunternehmen, MDS GmbH genau richtig. Mein Ziel war, mein eigenes Geld zu verdienen und auch Verantwortung zu übernehmen", sagt er. Christoph Rietmann: "Es war ein Glücksfall, dass zum Ende seinen Praktikums fast zeitgleich die Anfrage des Sparkassenverbandes kam. So konnten wir ihm und auch den anderen Mitarbeitern einen nahtlosen Übergang in ein ordentliches Beschäftigungsverhältnis ermöglichen."

Nahtlos war auch der Übergang für den Sparkassenverband, dessen bisheriger Dienstleister für die Spülküche insolvent gegangen war. "Als die MDS GmbH im Oktober losgelegt hat, war ich gerade im Urlaub", sagt Sandra Hader, Leiterin der Betriebsgastronomie. "Natürlich macht man sich seine Gedanken, ob alles klappt. Aber als ich wiederkam, funktionierte das so, als wäre es nie anders gewesen." Dabei war die Übernahme durchaus "sportlich", wie Christoph Rietmann einräumt. Im Sommer fanden erste Gespräche statt, und der Beginn der Bewirtschaftung war zunächst für Anfang 2018 geplant.

350 Mitarbeiter des Sparkassenverbandes, dem IT-Dienstleister für Finanzinformatik und der umliegenden Firmen essen derzeit in der Kantine; 500 werden es bald sein, da das gesamte Areal derzeit im Umbau ist und weitere Büroarbeitsplätze ab April hinzukommen. Die Herausforderung bestand allerdings weniger in der Menge zu spülender Gegenstände – zum Vergleich: am Hauptstandort produziert MDS täglich 2500 Essen –, als vielmehr darin, "alles in einem komplett neuen Team einzuspielen", sagt Heike Hollas, MDS-Mitarbeiterin und Leiterin der Spülküche. Teamarbeit sei extrem wichtig. Das hat gut geklappt. "Die Rückmeldungen sind durchweg positiv", berichtet sie stolz.

(erschienen in Westfalenfleiß erleben! Magazin der Westfalenfleiß GmbH Arbeiten und Wohnen, 1/2018)


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