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Tourismus in Westfalen-Lippe: Neustart erfolgt

Entwicklung regional sehr unterschiedlich / Naturbezug und Regionalität gefragt

Der Neustart in der Tourismusbranche verläuft regional sehr unterschiedlich. Informationen aus dem Sparkassen-Tourismusbarometer machen deutlich, dass Teile der Bevölkerung auf die Lockerungen in der Corona-Krise und den Startschuss für den Tourismus gewartet haben, andere jedoch sehr zurückhaltend agieren. 45 Prozent der vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) befragten lokalen und regionalen Tourismusorganisationen berichten von einer gleichbleibenden oder gestiegenen Zahl an Urlaubs-Anfragen, während 55 Prozent einen Rückgang der Anfragen im Vergleich zu einem Normaljahr verzeichnen.

Die regional unterschiedliche Entwicklung verdeutlicht ein Blick auf die verschiedenen Bundesländer: In Haupturlaubs-Reisegebieten wie Schleswig-Holstein steigt die Nachfrage (82 Prozent gleichbleibende oder gestiegene Nachfrage). In Westfalen-Lippe, wo der Tourismus eher von Städtereisen und Veranstaltungen geprägt ist, ist sie rückläufig (nur 33 Prozent gleichbleibende oder gestiegene Nachfrage). Das geht aus dem heute veröffentlichten Kurzbericht des Sparkassen-Tourismusbarometers hervor, das der Sparkassenverband Westfalen-Lippe herausgibt.

Unterkunftsformen für unabhängigen Urlaub im Trend

Möglichst wenig Kontakte, Selbstversorgung, To-Go Angebote liegen im Trend. Für Unterkunftsformen wie Camping, Reisemobile und Außer-Haus-Verkauf in der Gastronomie bedeutet das eine steigende Nachfrage. Ferienwohnungen und -häuser treten zurzeit noch auf der Stelle, während Gruppenunterkünfte, Restaurants und Hotels eine rückläufige Nachfrage beklagen.

Naturbezug und Regionalität gefragt

Naturerlebnisse, Outdoor, Wasser und Strand standen in der Gunst der Urlaubsreisenden schon vor der Corona-Pandemie vorn – und haben nun auf der Beliebtheitsskala noch einmal zugelegt. Hinzu kommt der Wunsch nach Regionalität am Urlaubsort. In Westfalen-Lippe erwarten 91 Prozent der befragten Tourismusorganisationen ein steigendes Interesse an Naturerlebnissen, über 80 Prozent rechnen mit steigender Nachfrage nach Tagesausflügen, Regionalität mit lokalem Bezug und Outdoor-Aktivitäten.

Stimmung in der Freizeitwirtschaft hellt sich langsam auf

18 Prozent der befragen Kultur- und Freizeiteinrichtungen (dazu gehören z. B. Museen, Theater, Bäder, Zoos, Freizeitparks) sehen sich nach wie vor in ihrer Existenz bedroht. Vor einem Monat lag dieser Wert noch bei 26 Prozent. Die Stabilisierung  in der Freizeitwirtschaft im Zuge der schrittweisen Lockerungen in der Corona-Krise setzt sich damit fort.

Jede zehnte Freizeit- und Kultureinrichtung konnte ihre Türen bereits Ende April wieder öffnen – im Mai kamen weitere 58 Prozent hinzu. Etwa 17 Prozent der befragten Einrichtungen konnten noch keinen konkreten Wiedereröffnungstermin benennen. Aufgrund der Rahmenbedingungen ist bei einigen Einrichtungen – zum Beispiel Thermen und Spaßbäder – ein Hygienekonzept nicht umsetzbar oder aus betriebswirtschaftlichen Gründen rentiert sich eine Wiedereröffnung noch nicht.

Das Sparkassen-Tourismusbarometer Westfalen-Lippe beobachtet seit 2012 die Tourismusentwicklung in der Region. Es zeigt Marktpotenziale auf, weist auf Branchenprobleme hin und bietet praxisnahe Lösungen. Die Kurzberichte liefern in regelmäßigen Abständen aktuelle Erkenntnisse zur touristischen Marktentwicklung des laufenden Jahres und dienen der Branche gerade in der aktuellen Zeit als Wegweiser und Leitfaden.

www.s-tourismusbarometer-wl.eu

 

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