30.06.2017

Small banking box: Die ersten Skizzen weisen in die richtige Richtung

Prof. Liane Buchholz: "Geschäftsmodell der Sparkassen berücksichtigen"

Münster (30. Juni 2017). Als richtigen Schritt zu einer gelungenen Differenzierung in der Regulierung von kleineren und mittleren Kreditinstituten hat Prof. Dr. Liane Buchholz, Präsidentin des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe, die Skizze von Bundesbankvorstand Dr. Andreas Dombret zur sogenannten "Small Banking Box" bezeichnet. Dombret hatte gestern vor Sparkassenvertretern in Erlangen seine Ansätze zur Ausgestaltung von Regulierungserleichterungen im Rahmen einer "Small Banking Box" vorgestellt.

Prof. Dr. Liane Buchholz untermauerte ihre Forderung, im Sinne der westfälisch-lippischen Sparkassen, deren Bilanzsummen-Bandbreite sich von 250 Mio. Euro bis zu 9,2 Mrd. Euro erstrecke, zur Proportionalität in der Bankenregulierung zurückzukehren. Allerdings müssten die Vereinfachungen dem Geschäftsmodell der Sparkassen Rechnung tragen.

An ihrer Position zu den für die Sparkassenorganisation nachteiligen Aspekten einer "Small Banking Box" änderte sie nichts: "Die Abgrenzung kleinerer und mittlerer Institute darf die Sparkassenorganisation nicht spalten. Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen. Die jetzt dargelegten Vorschläge zur Vereinfachung von Regulatorik, beginnend mit einer einfachen Nennung in der CRR, sind jedoch ein Lichtblick für die Sparkassenorganisation."

Buchholz hatte in der vergangenen Woche vor zusätzlichen Kosten durch die Aufspaltung in Größenklassen und vor sogenannten Klippeneffekten gewarnt. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Institute ihre Geschäftspolitik an einer regulatorischen Größenklasse ausrichteten. Zudem wandte die Verbandspräsidentin ein, dass eine Trennlinie die Geschlossenheit der Sparkassenorganisation aufbreche.

Die von Bundesbankvorstand Dr. Andreas Dombret gestern vorgelegte Skizze zur Differenzierung bei den Größenklassen, aber auch die Liste von Erleichterungen, die Offenlegungsvorschriften, Vergütungsregeln, das Kernmeldewesen und die Detailtiefe bei Prüfungen betreffen sollen, ließen aber darauf hoffen, dass Strukturen und Leistungsfähigkeit der Sparkassenorganisation berücksichtigt werden, so Buchholz. Und sie betonte: "Im nächsten Schritt sollte auch die nationale Aufsicht im Rahmen ihrer Richtlinienkompetenz den Mut zu mehr gelebter Proportionalität aufbringen."

• Die Rede von Dr. Andreas Dombret zur "Small banking box" ist auf der Seite der Bundesbank hinterlegt: http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2017/2017_06_29_dombret.html

• Die Position von Prof. Dr. Liane Buchholz zur "Small banking box" auf der Homepage des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe: www.svwl.eu/presseforum/presse/artikel/prof-liane-buchholz-fordert-regulatorische-datenfabrik-fuer-sparkassen.html

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